Jetzt ist es soweit. Die Kinder sind erwachsen, gehen aus dem Haus – endlich wieder Zeit für sich selber.

Und dann ist einfach alles anders als erwartet.

Wenn die Kinder ausziehen, dann wird es still daheim. Keine laute Musik zu nachtschlafender Zeit, keine alten Socken und schmutziges Geschirr, dass irgendwo vergessen wurde, keine Freunde, die ein- und ausgehen. Die erwartete Erleichterung sieht aber für manche ganz anders aus. Viele Eltern können sich gar nicht über die wieder gewonnene Freiheit freuen.

Das Empty-Nest-Syndrom (=leeres-Nest-Syndrom) erklärt Gefühle, die Mütter und Väter nach dem Auszug ihrer Kinder spüren.

  • Trauer
  • Einsamkeit
  • Verlassenheit
  • eine Leere
  • Sehnsucht
  • Verlustängste und auch einen
  • Zwiespalt, da die Eltern ja auch stolz auf ihre Kinder sind, die ihr Leben jetzt selbst in die Hand nehmen.
  • In Ausnahmefällen kann das Empty-Nest-Syndrom der Auslöser einer Depression sein. Warnsignale können sein: Freudlosigkeit, Schlafstörungen, fehlender Antrieb, eine nicht enden wollende Traurigkeit

Vorzugsweise sind Mütter betroffen, da sie meistens für die Versorgung und Erziehung der Kinder zuständig waren und deshalb auch eine engere bzw. andere Bindung an die Kinder aufgebaut haben. Es ist, wie wenn sie plötzlich in Ruhestand geschickt werden. Ihren bisherigen Aufgabenbereich gibt es einfach nicht mehr.  Zusätzlich befinden sich die Frauen während dieser Zeit häufig in den Wechseljahren, kommen tatsächlich ins Rentenalter oder sind in die Pflege der eigenen Eltern eingespannt. In dieser Phase gibt es also für die Eltern viele Veränderungen, die verschiedene Themen und Bedürfnisse ansprechen und es kommen mehrere Dinge zusammen.

Der Auszug unserer Sprösslinge markiert das Ende eines sehr intensiven Lebensabschnittes, der dieses Mal durch den Auszug der Kinder endgültiger erscheint, wie die bereits überstandene Kita, Schule oder Ausbildung.

Gewohnheiten, Rituale, auch Termine mit den Kindern müssen nun aufgegeben werden. Zuerst umsorgen wir unsere Kinder, erziehen sie zur Selbständigkeit, so dass sie dann aus dem Haus gehen können, und wir als Eltern bleiben im gewohnten Umfeld zurück, in dem dann doch plötzlich alles anders ist. Natürlich machen wir uns nun auch Sorgen, ob sie zurechtkommen so ohne uns und sie sind auch nicht mehr so präsent.

Aber keine Sorge, der Anruf, wie man die Waschmaschine richtig befüllt oder die Lasagne am Besten gelingt, kommt ganz bestimmt 🙂

Unsere Kinder haben einen festen Platz, sowohl in unserem Herz, in unserem Leben und in unseren Häusern. Wenn sie ausziehen hinterlassen sie eine Lücke – und wir spüren dann die Leere.

Wie können sie das Empty-Nest-Syndrom hinter sich lassen?

  • Akzeptieren sie die Situation wie sie ist. Dazu gehört auch, die oben genannten Gefühle anzunehmen.
  • Bleiben sie in Kontakt und finden sie neue Rituale im Umgang mit ihren Kindern. Ich bin mir sicher, auch diese wollen weiterhin die vertrauensvolle Beziehung mit ihnen.
  • Aus ihnen als Eltern wird wieder ein Paar. Dies kann eine Herausforderung werden. Seinen sie mutig und lassen sie sich neu aufeinander ein. Reden sie mit ihrem Partner. Auch er ist vom Auszug der Kinder betroffen!

Welche gemeinsamen Träume und Pläne haben sie?

  • Wenden sie sich ihren eigenen Interessen und Hobbys zu. Sollten sie unentschlossen sein, dann probieren sie Neues aus. Frischer Wind um die Nase bringt sie bestimmt auf neue Ideen.

Vielleicht möchten sie wieder in ihren Beruf einsteigen oder sich ehrenamtlich engagieren?

  • Geben sie sich Zeit für die Veränderung. Erinnern sie sich zurück – auch ans Eltern-Sein durften sie sich erst gewöhnen.
  • Machen sie sich ihre neuen Freiheiten bewusst. Sie finden bestimmt auch ein paar Vorteile 🙂

Es ist toll was sie als Eltern gemeistert haben. Seien sie bitte stolz darauf.

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